Omega-3 und Schlaganfall
Schlaganfälle sind keine Seltenheit. Das Robert-Koch-Institut nennt als Zahl 250.000 pro Jahr. Zudem zeigt die Statistik: Nach Herz-Kreislauf- und Tumorerkrankungen ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache in Deutschland.
Die Ursache für einen Schlaganfall ist meist eine Mangeldurchblutung durch den Verschluss eines gehirnversorgenden Gefäßes (Hirninfarkt, ischämischer Schlaganfall). Hervorgerufen werden kann er zudem durch das Platzen eines Blutgefäßes im Gehirn (Hirnblutung, hämorrhagischen Schlaganfall). In beiden Fällen werden die Nervenzellen des Gehirns nicht mehr genügend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, so dass sie zugrunde gehen. Die verheerenden Folgen können in Persönlichkeitsveränderungen, Lähmungen sowie Sprach-, Seh- oder Gefühlsstörungen bestehen.
Omega-3-Studien geben nun aber Hoffnung, vorbeugend tätig werden zu können, um dem Schicksalsschlag Schlaganfall zu entgehen: In einer US-Langzeitstudie wurde über zwölf Jahre an 43.671 Männern zwischen 40 und 75 Jahren untersucht, wie sich der Konsum von Omega-3-Fettsäuren (hier zugeführt durch fetten Fisch) auswirkt. Dabei wurde festgestellt, dass das relative Risiko für einen ischämischem Schlaganfall bei Männern, die ein- bis dreimal im Monat omega-3-reichen Fisch aßen, signifikant niedriger war als bei Fischverweigerern. Zwischen Omega-3 und hämorrhagischen Schlaganfall wurde kein Zusammenhang festgestellt.
Ähnliches Ergebnis bei einer Studie der Universität von Kuopio in Finnland: Dort wurden die Gehirnbilder von 3660 Über-65-Jährigen verglichen – unter ihnen Fischliebhaber und Fischverweigerer. Hier entdeckte das Forscherteam, dass stille ischämische Schlaganfälle, die die Denkfähigkeit zunächst unauffällig einschränken, verstärkt bei jenen auftraten, die keinen Fisch mochten. Schon die, die einmal pro Woche omega-3-reichen Fisch verzehrten, wiesen ein geringeres Risiko auf. Und bei jenen Teilnehmern, die mehrfach wöchentlich Fisch aßen und damit die gesunde Fettsäure zu sich nahmen, war das Risiko für Hirnläsionen um 26 Prozent niedriger.
Wie sehr Schlaganfällen durch eine regelmäßige Omega-3-Zufuhr vorgebeugt werden kann, müssen in Zukunft weitere Studien zeigen. Doch schon heute gilt: Gesunde, omega-3-reiche Ernährung kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, das Gehirn vor Schäden zu schützen. Um den normalen Omega-3-Bedarf zu decken, reicht dabei ein Esslöffel qualitativ hochwertigen Leinöls täglich. Den erhöhten Bedarf befriedigen zwei Esslöffel am Tag.
Fachbeiträge
- Fish Consumption and Risk of Stroke in Men (PDF)
Quelle: Ka He, MD, MPH et al., Fish Consumption and Risk of Stroke in Men (2002), http://jama.ama-assn.org/content/288/24/3130.full.pdf+html



