Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, insbesondere die beiden Vertreter DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure) stellen wesentliche Anteile der Zellmembran dar und werden in hohen Konzentrationen in die Membranphospholipide von Gehirn und Retina eingebaut.

Kontrollierte Studien fanden, dass eine ausreichende Verfügbarkeit von DHA in der Pränatalperiode mit guten langzeitkognitiven Fähigkeiten und einer entsprechenden Entwicklung des Visus assoziiert ist.
Die Studienergebnisse bezüglich der Fähigkeit zur Problemlösung bzw. auch bei kognitiven Fähigkeiten im Alter von Neun Monaten erbrachten unterschiedliche Ergebnisse. In den Studien wurden Mengen von 300-500 mg DHA sowie 150-200 mg EPA substituiert.

Sicher nachgewiesen werden konnte, dass in drei europäischen Ländern, nämlich Deutschland, Ungarn und Spanien, in einem Durchschnittskollektiv durch entsprechende Substitution und unter Berücksichtigung der jeweiligen Ernährungsgewohnheiten ausreichende Serumspiegel bei der Mutter, aber auch im Nabelschnurblut erreicht werden konnten.

Indirekt ist dies der Beweis, dass bei üblicher Ernährung die Aufnahme der mehrfach ungesättigten Fettsäuren teilweise reduziert ist (nicht immer ausreichender Verzehr von fettem Fisch).  Unter Berücksichtigung einer gewissen Basisaufnahme enthalten Supplements in der Regel Dosierungen im Bereich von 200 mg DHA. (Anm. d. Red.: Der Körper ist selbst in der Lage DHA und EPA herzustellen. Eine Versorgung über Fischölkapseln ist nicht notwendig.)

Neben ihrer Bedeutung als Membranbausteine stellen mehrfach ungesättigte Fettsäuren (LCP) auch Vorläufer von sogenannten Gewebshormonen dar. Möglicherweise lässt sich dadurch die Beobachtung erklären, dass ein hoher Fischkonsum in der Schwangerschaft mit einem höheren Geburtsgewicht des Kindes und einer verminderten Frühgeburtlichkeit korreliert. Hierzu sind ebenso weitere Untersuchungen erforderlich wie zur Überprüfung der Annahme eines präventiven Effekts auf die Entwicklung einer Präeklampsie.

Quelle: E.-M. Grischke, K. O. Kagan, H. Abele: Ernährung in der Schwangerschaft: welche Supplements sind wichtig? MMW-Fortschr. Med. Nr. 44/ 2008; S. 44.