Therapie - Demenz

Definition

Wenn die Tulpen in der Vase Kopf stehen - dieses Bild symbolisiert wie kein anderes den Beginn einer Demenzerkrankung. Mit dem Begriff Demenz wird ein im Verlauf des Lebens zunehmender Verlust geistiger Leistungsfähigkeit beschrieben, der mit Einschränkungen in der Bewältigung des Alltagslebens verbunden ist. Der zunehmende Verlust einer normalen Gehirnfunktion macht sich bemerkbar durch:

 

  • Gedächtnisverlust,

  • Persönlichkeitsveränderung,

  • Verwirrtheit,

  • Orientierungslosigkeit,

  • und später durch einen totalen geistigen Verfall

 

In den westlichen Ländern stellt eine Demenz vom Alzheimer Typ (Morbus Alzheimer),  mit einem Anteil von über 50%, die häufigste Form der Demenz dar. Die Alzheimer-Krankheit wurde nach ihrem Entdecker, dem Neurologen Alois Alzheimer (1864 - 1915) benannt. Dabei handelt es sich um eine besondere Form der degenerativen Erkrankungen. Hauptmerkmale sind, neben einem Verlust der Gedächtnisleistung, Ablagerungen von sog. amyloiden Plaques im Gehirn und einer diffusen Atrophie (Gewebeschwund) der Hirnrinde.


In Deutschland leiden aktuell bereits etwa 1,2 Millionen an einer Form der Demenz, weltweit sind es etwa 35 Millionen Menschen – mit steigender Tendenz. Frauen erkranken etwa doppelt so häufig an Demenz wie Männer. Der Pflegeaufwand und die emotionale Belastung der Angehörigen sind im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf enorm. Entsprechend hoch ist auch die Bedeutung der Erkrankung für die Gesellschaft.

Symptome

Demenz vom Alzheimer-Typ verläuft in der Regel schleichend und entwickelt sich schon lange bevor Symptome bemerkbar werden. Sie beginnt in der Mehrzahl der Fälle mit zunächst leichten Gedächtnisstörungen, die häufig als normale Altersvergesslichkeit fehlgedeutet werden können. Im Verlauf weniger Jahre folgen weitere Störungen in der Sprache, räumliche Wahrnehmung sowie Orientierungsstörungen. Fundamentale Fähigkeiten wie:

  • Erinnerung,

  • Emotionen,

  • Sprache,

  • Orientierung und

  • Logik


gehen verloren.


Die Krankheit durchläuft mehrere Stadien. Im letzten Stadium, nach einer durchschnittlichen Erkrankungsdauer von 10 Jahren, kommt es schließlich zum Tod. Die Krankheit selber führt nicht zum Tode. Dieser wird stattdessen häufig durch Infektionen, Lungenembolie, Unterernährung oder Herzversagen ausgelöst.

Ursache

Auch wenn die Ursachen einer Demenz-Erkrankung bis heute nicht eindeutig geklärt sind, so gibt es, neben dem Alter und einer genetischen Veranlagung (bis zu 10%), weitere Umstände, die dazu beitragen, im Alter an einer Demenz zu erkranken. Dazu zählen:

 

  • Bluthochdruck,

  • Diabetes mellitus,

  • Herzrhytmusstörungen,

  • erhöhte Werte für Cholesterin und Homocystein,

  • Rauchen,

  • übermäßiger Alkoholkonsum,

  • Übergewicht

Außerdem weiß man, dass Schädelhirnverletzungen, Depressionen sowie eine geringe geistige, soziale und körperliche Aktivität die Wahrscheinlichkeit einer Demenzerkrankung erhöhen.

Natürliche Mittel und deren Wirkung

Demenzerkrankungen, wie die des Alzheimer-Typs, sind bislang nicht heilbar. Es ist allerdings möglich, ihren Ausbruch hinauszuzögern. Das Gehirn ist wie ein Muskel bis ins hohe Alter trainierbar. Wichtige Faktoren zum Erhalt der gesunden Hirnfunktion auch im Alter sind:

  • die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben,

  • körperliche Aktivität,

  • das Vermeiden und den Abbau von Stress und

  • das Trainieren der Denkfunktion.  


Aber auch die tägliche Auswahl der Nahrungsmittel entscheidet über Schaden oder Nutzen für die Gesundheit und die Funktion des Gehirns.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Mit der Demenzerkrankung gehen immer auch Entzündungsprozesse im Gehirn einher. Omega-3-Fettsäuren sind dafür bekannt, Entzündungen zu hemmen.
Die Omega-3-Konzentration in Blut und Hirn ist bei Alzheimer-Patienten wesentlich geringer als bei Gesunden. Dabei hat insbesondere das Gehirn einen enormen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren: Die gesunde Fettsäure macht bis zu 60 Prozent unserer Nervenzellwände aus. Diese Tatsache legt die Vermutung nahe, dass eine ausreichende Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren vor Demenzerkrankungen vom Alzheimertyp schützen könnte. Und tatsächlich mehren sich aus Sicht der medizinischen Forschung die Hinweise: Die verstärkte Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren senkt die Wahrscheinlichkeit, an Demenzerkrankungen vom Alzheimertyp, zu erkranken.

Bevor bei einer Demenz mentale Symptome auftreten, sind die organischen Schäden bereits weit fortgeschritten. Es heißt also hier noch mehr als bei anderen Erkrankungen: Vorbeugung ist der beste Schutz. Bereits ein Esslöffel hochwertiges Leinöl bzw. Leinöl-Kompositionen pro Tag reicht aus, um den normalen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren zu decken, zwei Esslöffel bedienen den erhöhten Bedarf.

Die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (ALA)

Das goldgelbe, nussig schmeckende Leinöl enthält bis zu 90 % ungesättigte Fettsäuren. Mit ca. 60 % Alpha-Linolensäure (ALA) hat es den höchsten Gehalt an Omega-3-Fettsäuren unter den heimischen Pflanzenölen. Die ALA nimmt indirekt Einfluss auf die Fließgeschwindigkeit des Blutes und wirkt durchblutungsfördernd und entzündungshemmend. So kann einer Alzheimer-Erkrankung vorgebeugt und deren Verlauf positiv beeinflusst und verlangsamt werden.

Die Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA)

Das menschliche Gehirn besteht zu einem großen Teil aus Docosahexaensäure (DHA), einer langkettigen Omega-3-Fettsäure. Die regelmäßige Zufuhr von DHA für einen aktiven Gehirn- und Nervenstoffwechsel, am besten aus einer pflanzlichen Quelle wie dem Algenöl, ist unverzichtbar. Eine gute Versorgung mit dieser wichtigen Hirnfettsäure kann daher helfen, das Risiko zu senken, im späteren Lebensalter unter der gefürchteten Alzheimer-Krankheit zu leiden aber auch deren Verlauf hinauszuzögern.

DHA kann außerdem helfen die Beta-Amyloid Produktion zu senken. Darüber hinaus werden weitere positive Wirkungen auf die neuronale Leistungsfähigkeit, sowie entzündliche und oxidative Prozesse mit DHA in Zusammenhang gebracht.

Ernährung & Co.

Einen großen Anteil an der Entstehung von Demenz vom Alzheimer-Typ haben jene Faktoren, die mit einer ungesunden Ernährungs- und Lebensweise einhergehen. Hier spielt insbesondere der Verzehr von:

  • Transfetten,

  • synthetischen Lebensmittel-Zusatzstoffen (Farb- und Konservierungsstoffe, Glutamat etc.),

  • Zucker

  • sowie anderen Zutaten aus industriell gefertigten Nahrungsmitteln


eine wichtige Rolle.

Konventionell erzeugte Nahrungsmittel können zudem mit Toxinen wie Pestizide, Herbizide und Fungizide belastet sein, die sich langfristig negativ auf den Gehirnstoffwechsel auswirken können. Aber auch toxische Belastungen durch Schwermetalle wie z.B. Quecksilber, oder Drogen (einschließlich Alkohol) kommen als Ursachen in Betracht.

Ernährung für ein funktionierendes Gehirn

Eine Ernährung, die weitestgehend frei von chemischen Zusätzen und Umweltgiften ist und das Gehirn stattdessen mit den nötigen gesunden Fettsäuren und weiteren Vitalstoffen stärkt, kann einer zukünftigen Erkrankung aktiv vorgebeugt sowie der Verlauf einer bestehenden Erkrankung positiv beeinflusst werden.

  • Meiden Sie die Aufnahme von Trans- und gesättigten Fetten.

  • Reduzieren Sie ein Übermaß an Omega-6-Fettsäuren.

  • Gestalten Sie Ihre Ernährung abwechslungsreich.

  • Erhöhen Sie den Anteil an Gemüse.

  • Orientieren Sie sich an dem Vorbild der Öl-Eiweiß-Kost Dr. Johanna Budwigs.


Alzheimer-Patienten sollten insbesondere auf die Zufuhr einiger wichtiger Vitamine und sekundärer Pflanzenstoffe achten. Dazu gehören die

  • Vitamine D, C, E, B6, B12 sowie

  • Folsäure und

  • Carotinoide.


Diese wirken unter anderem als Radikalfänger und haben somit einen positiven Einfluss auf das alternde Gehirn und chronische Entzündungen.

Auf die Qualität kommt es an!

Legen Sie bei der Auswahl der Fettsäurelieferanten größten Wert auf die Qualität. Nur so, darauf wies Dr. Johanna Budwig immer wieder hin, kommen die Zellen in den Vorzug des vollen Elektronenreichtums der Öle. Dr. Johanna Budwig hat deshalb Qualitätsmaßstäbe definiert, verfasst und niedergeschrieben. Es muss größten Wert auf die Auswahl der Saat, die Saatfolge, die Pressung und die Weiterverarbeitung gelegt werden. Deshalb hat Dr. Budwig für die Pressung ein überaus schonendes Verfahren entwickelt, das heute unter dem Namen “Original Dr. Budwig Pressverfahren” Anwendung findet.

Pflegen Sie Ihren Darm!
Ob die Lebensmittel, die wir täglich zu uns nehmen, tatsächlich unseren Zellen zugute kommen, hängt entscheidend von unserer Darmgesundheit ab. Entscheidend ist die Fähigkeit unseres Darmes, die Nährstoffe, die wir verzehren auch aufnehmen zu können. Dr. Johanna Budwig hat daher zur Pflege des Darms und der Darmflora den täglichen Verzehr frischen Sauerkrautsaftes oder Sauermilch empfohlen. Auch der regelmäßige Genuss von Ballaststoffen spielt eine entscheidende Rolle zum Erhalt der Darmfunktion. Fester Bestandteil  der täglichen Ernährung sollte daher auch der Verzehr von 1-2 EL geschroteter und geschützter Leinsaat, eingerührt in die Quark-Leinöl-Creme oder in einen Muttersaft wie Fermentgold, sein.

Alzheimer-Betroffene sollten sich streng an den Vorgaben im Sinne der Öl-Eiweiß-Kost orientieren. Dazu gibt es speziell auf die Alzheimer-Erkrankung abgestimmte Ernährungsempfehlungen und Therapiepläne.

Mangel ausgleichen!
Im Falle einer Erkrankung muss ein bestehender Mangel, besonders an den essentiellen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren ausgeglichen werden. Dabei ist es wichtig, die Aufnahme der gesunden Fettsäuren in eine abwechslungsreiche, ausgewogene lacto-vegetabile Vollwerternährung zu integrieren. So, wie es Dr. Budwig in ihrem Konzept der Öl-Eiweiß-Kost vorgesehen hatte. Der Kranke sollte sich unbedingt an den Vorgaben im Sinne der Öl-Eiweiß-Kost orientieren. Nur so können die Zellen und damit der gesamte Mensch wieder in die alte Ordnung zurück finden und gesund werden.
Sollten Sie Fragen zur Durchführung der Öl-Eiweiß-Kost haben, rufen Sie am besten das Beratungstelefon der Dr. Budwig Stiftung an oder kontaktieren Sie einen erfahrenen Dr. Budwig Berater.

Studien

Das Risiko an einer Form der Demenz zu erkranken steigt nachweislich mit zunehmendem Alter. Erst unlängst wurde in Studien nachgewiesen, dass die Aminosäure Homocystein mit einem erhöhten Risiko für diese neurodegenerativen Erkrankungen assoziiert ist. Umgekehrt fand man heraus, dass DHA eine wesentliche Rolle in der Funktionalität des zentralen Nervensystems spielt und das Risiko genannter Krankheiten senken kann.

Nachgewiesenermaßen ist die Omega-3-Konzentration in Blut und Hirn bei Alzheimer-Patienten wesentlich geringer als bei gesunden Menschen. Die gesunde Fettsäure macht bis zu 60 Prozent unserer Nervenzellwände aus - insbesondere das Gehirn hat also einen enormen Bedarf. Diese Tatsache legt die Vermutung nahe, dass eine ausreichende Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren vor Alzheimer schützen könnte. Und tatsächlich mehren sich aus medizinischer Sicht die Hinweise, dass die verstärkte Aufnahme der gesunden Fettsäuren die Wahrscheinlichkeit signifikant senkt, an Alzheimer zu erkranken.

Neueste Studien zur Alzheimer-Erkrankung

Eine Studie zur Bekämpfung der Alzheimer-Krankheit wurde von der Neurologie der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes in Homburg initiiert. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts wurde festgestellt, dass Fette das Risiko einer Alzheimer-Krankheit beeinflussen können. Es stellte sich heraus, dass einige Fette das Risiko erhöhen können, während andere das Risiko zu vermindern scheinen. In verschiedenen Versuchen konnte bereits die Produktion des die Alzheimer-Krankheit erregenden Beta-Amyloid dadurch verringert werden, dass die mehrfach ungesättigte Fettsäure DHA, verabreicht wurde.

Im Rahmen der Framingham Studie wurden die Blutproben von 899 Probanden, die im Durchschnitt 76 Jahre alt waren, hinsichtlich des DHA-Gehaltes gemessen. Weiter wurden im Laufe des Beobachtungszeitraumes von 9 Jahren alle 2 Jahre neuropsychologische Tests durchgeführt und die Ernährungspläne der Studienteilnehmer bezüglich des Fischgehaltes untersucht. Keiner der Probanden litt zu Beginn der Beobachtungsphase an einer Demenz.

Im Laufe der 9 Jahre erkrankten 99 Personen an Demenz, 71 davon entwickelten die spezielle Unterform der Alzheimer Demenz. Dabei wies diejenige Gruppe mit dem höchsten Konsum von DHA ein um 47% geringeres Risiko auf, an einer Form von Demenz zu erkranken. Das Risiko für eine Alzheimer Demenz war in dieser Gruppe um 39% geringer. Durchschnittlich wurden in der low-risk Gruppe 0,18g DHA pro Tag bzw. etwa drei Fischmahlzeiten pro Woche konsumiert.

 

Quelle:
Schaefer EJ, Bongard V, Beiser AS, Lamon-Fava S, Robins SJ, Au R, Tucker KL, Kyle DJ, Wilson PW, Wolf PA (2006). Plasma phosphatidylcholine docosahexaenoic acid content and risk of dementia and Alzheimer disease: the Framingham Heart Study. Archives of Neurology. 2006 Nov;63(11):1545-50.

Dr. Budwig Berater/innen

Der Dr. Johanna Budwig Stiftung ist es ein Anliegen, Betroffenen zur Seite zu stehen. So können wir qualifizierte “Dr. Budwig Berater/innen” empfehlen, die in der Anwendung der Öl-Eiweiß-Kost ausgebildet sind. Zur Zeit arbeiten wir daran, ein entsprechendes bundesweites Netzwerk aufzubauen.


Wichtiger Hinweis: Dr. Johanna Budwig hatte keine Zweifel daran, mit ihrer Öl-Eiweiß-Kost Zivilisationskrankheiten therapieren zu können. Die Dr. Johanna Budwig Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Arbeiten durch intensiv geprüfte wissenschaftliche Erkenntnisse zu ergänzen. Denn dieses Thema ist zu ernst für falsche Hoffnungen. Und so ist es uns sehr wichtig zu betonen: Zwar gibt es erste wissenschaftliche Belege dafür, dass die Öl-Eiweiß-Kost unter bestimmten Voraussetzungen eine medizinische Therapie positiv unterstützen kann, gleichwohl gilt: Sie ersetzt in keinem Fall eine medizinische Therapie. Wir distanzieren uns von allen falschen Wunderversprechen.