Fette als wahre Hilfe

"Verehrte Anwesende!

Beim Herzinfarkt zeigt das anatomische Bild, dass nichts anderes Außergewöhnliches zu sehen ist als das Nahrungsfett, hartes Fett, das den sonst mageren Herzmuskel umklammert, bannt und an der Aktion stört. Bei der Rheuma-Erkrankung zeigt der Muskel als einziges Kriterium, das den kranken Muskel von dem gesunden Muskel unterscheiden lässt, ausgesondertes Fett – ein Nein”  des lebenden Organismus zu diesem Fett. Als im Jahre 1957 in Paris auf dem internationalen Ernährungskongress vor 900 Fachgelehrten aus allen Ländern über die modernsten Forschungsergebnisse im Krebsforschungs-Institut in Paris ... berichtet wurde, über die einzige auffindbare Substanz oder Erscheinung, die die Krebszelle von der gesunden Zelle unterscheidet, wurde mitgeteilt, dass ausgesondertes Fett, das Sichtbarwerden von Fett im Zellkern und im Zelleib, im Zellplasma, das einzige Unterscheidungsmerkmal für die Krebszelle im Gegensatz zur gesunden Zelle darstellt. [ … ]

 [ … ] Ich hatte Gelegenheit in diesem Zusammenhang an der eben gekennzeichneten Stelle in Paris, die Frage ganz kurz aufzuwerfen:  Warum soviel hinter den Phänomenen suchen, warum nicht das Phänomen selber sehen?”  Ausgesondertes Fett, ein deutliches  Nein”  zu dieser Substanz. Bereits der Präsident des Nobelpreisträger- Komitees in Stockholm warf die Frage auf, ob nicht das gesamte Krebsproblem derart zu lösen sei, dass man die lipolytische Substanz” sucht? Lipos heißt Fett. Die lipolytische Substanz, die Substanz, die das Fett wieder zur Auflösung bringt, zu welchem das lebende Substrat sagt: nein, durch Aussonderung an den Stellen – darauf kommt es an – wo sich natürlicherweise Fett nicht befindet. Bauer, der durch sein Buch Das Krebsproblem”  in aller Welt bekannt, ja man kann sagen, berühmt und anerkannt ist [ … ] schrieb in diesem, seinem umfassenden Werk etwa so: Alles deutet darauf hin, dass die Fette eine ganz erhebliche Rolle bei diesem Problem spielen.”  [ … ]

 [ … ] So wurde dann begonnen, das Fett aus dem Blut zu kontrollieren, und es eröffnete sich ein ungeheuer großes Gebiet, das heute in Amerika, in England, in Belgien, in Holland, in aller Welt, fruchtbar gemacht ist und intensiv weiter bearbeitet wird. Es ergaben sich überraschend viele Zusammenhänge zwischen bis dahin als unheilbar gekennzeichneten Erkrankungen und dem Fettstoffwechsel. Es war lediglich zur Lösung dieser Probleme erforderlich, dass man nicht einfach Fett gleich Fett setzte. Aufschlussreich wird diese gesamte Situation gekennzeichnet durch eine Bemerkung eines französischen Professors auf dem Ernährungskongress in Paris. Er sagte während des Kongresses: Was ist mit den Fetten passiert?  Früher wollte kein Mensch etwas von Fetten hören [ … ] und nun plötzlich spricht alles von Fett, gleichgültig, ob man in die Sektionen geht über Kohlenhydrate, über Eiweiß, über andere Stoffwechselfragen, überall spricht man von Fett.”  Und die Pariser Tagespresse meldete: „ La margarine sur la sellette.”  – „ Die Margarine ist schwer angeklagt.”  14 Tage zuvor schrieb man im Daily Express in London: „ Das Fett in der Pfanne kann dich töten.”  Man berichtete über ein Gespräch: der Gatte unterhält sich mit seiner Frau: „ Gib mir das Schnitzel, aber das Fett tu fort.”  Und die Frau sagt dann: „ 36 Cent hat dieses Fett gekostet und das soll ich fortgießen?”  Und der Gatte antwortet: „ Ist dein Gatte dir nicht 36 Cent wert?”  Man hat also erkannt, ungutes Fett lieber ins Feuer gießen, als sich einverleiben, um zu sparen. Es geht um die Frage: Ist Fett gleich Fett, warum wurden Fette so hochaktuell? Warum können Fette Tumoren erzeugen, Geschwulst-Bildungen hervorrufen oder Geschwulst-Bildungen wieder auflösen? Warum können Fette Herzinfarkt herbeiführen oder vorbeugend verhindern? [ … ]

[ … ] Die Wahrheit hat sich durchgesetzt und ist nicht mehr hinwegzuleugnen. Die Wahrheit lautet auf einen kurzen Nenner gebracht: Der Fettstoffwechsel ist so umfassend wirksam für alle Lebensfunktionen und für jede Organfunktion, für das gesamte Leben schlechthin, einschließlich der Erzeugung neuen Lebens, dass der Mangel an ungesättigten Fetten nicht mehr weiter vertretbar ist. Und die Methode der Fettverarbeitung, die Zerstörung von Fettsubstanz mit dem vorher guten Willen, sie nur haltbar zu machen, muss geändert werden. Die Auswirkung des Fettstoffwechsels betrifft jedes Organ. Wenn jemand Leber-Galle-krank ist, so weiß er ganz genau, es hat etwas mit dem Fett zu tun. In der Medizin sagte man, wenig Fett essen, weil man beobachtete, dass Fett dem Kranken nicht bekommt. Wenn man diesem Leber-Galle-Kranken gutes Fett gibt [ … ], das heißt hochungesättigte Fette, so bekommt ihm dies ausgezeichnet. Am besten gibt man die dreifach-ungesättigten Fette aus Leinöl, zusammen mit dem Stoff, der diese Fette dann leicht löslich macht, das ist Quark. Also zum Verdruss mancher ganz hochgelehrter Leute: durch Quark und Leinöl kann man diese großen Probleme der Medizin heute auf einfacher Basis lösen. Das kranke Organ verträgt diese Substanz bestens. [ … ]

[ … ] Wenn wir also in der gegenwärtigen Situation atmungsaktive Fette zuführen und als Atemgifte wirkende Konservierungsmittel fernhalten, dann werden sehr, sehr viele Menschen wieder gesund, die von vielen Klinikern als unheilbar gekennzeichnet werden. Ich hatte vor einigen Tagen bei meinem Vortrag in Meilen die große Freude, dass unmittelbar nach meinem Vortrag jemand aufstand, den ich nicht dazu ermutigt habe und niemals gesehen und gesprochen hatte, und man berichtete nun, wie der Mann einen Lungentumor hatte, die Tochter als unheilbar gekennzeichnet war wegen Psoriasis und wegen Schwund der Gelenkknorpel-Substanz. Sie war von mehreren Klinikern als unheilbar gekennzeichnet, man könne nichts anderes mehr tun, als dass man sie bettlägerig sein lässt und pflegt. Auch der Sohn hatte einige kleinere Leiden. Die Frau und Mutter stand auf und berichtete, dass sie alle durch die Umstellung im Sinne der von mir empfohlenen Öl-Eiweiß-Kost die Gesundheit wieder bekommen haben. [ … ]

 [ … ] Die Herzfunktion ist ganz besonders betroffen von einer Störung im Fettstoffwechsel und zwar in dreifacher Hinsicht. Das aufgenommene Nahrungsfett wird in der Lymphbahn transportiert. Bevor das venöse Blut, das Blut, das im Körper irgendwie verbraucht wurde, das sauerstoffarm ist, bevor dieses Blut in die rechte Vorkammer des Herzens einströmt, gelangt bei jedem Herzschlag eine Dosis Lymphe, d. h. Körperfett, unmittelbar in der Darmregion aufgenommenes Fett, in diese Blutbahn. Das Blut, das die linke Herzkammer, die Vorkammer des linken Herzens füllt, kommt von der Lunge und ist mit Sauerstoff frisch aufgeladen. Dieses Spannungsverhältnis im elektrischen Sinne zwischen dem neu mit Fett beladenen venösen Blut in der rechten Vorkammer des Herzens und dem sauerstoffbeladenen Blut in der linken Vorkammer des Herzens, das Spannungsverhältnis ist unmittelbar beteiligt bei der Erzeugung der Herzaktionsströme. Das ist im anatomischen Bild sofort erkennbar und kann genau studiert werden. Fehlen nun bei der Neuaufladung mit Fett die neuen elektrischen Impulse und ist dieses Fett mit lahmen und lähmenden Fetten belastet, dann sagt das Herz NEIN zu diesen Fetten, es sondert diese Fette aus an den Herzkranzgefäßen und dann am gesamten Muskel.
Gleichzeitig ist, wie längst wissenschaftlich erwiesen wurde, der Herzmuskel verarmt an einer Substanz, die gerade bei der Sauerstoffaufnahme, bei der Atmung und bei der Regenerierung des Herzmuskels eine große Rolle spielt. Diese Substanz ist, ich erwähne dies nur für wissenschaftlich Interessierte, in Amerika als Cytochrom- Oxydase bezeichnet worden und ist etwa identisch mit der Substanz, die Warburg das gelbe Atemferment”  nannte.
Wenn also das Herz durch Aussonderung von harten Fetten bezeugt, dass die zugeführten Fette falsch sind, fehlen die optimalen Fette für die Herzaktion und die Herztätigkeit. Und genau in dieser Situation fehlen diese hochungesättigten Fette auch im Blut. Die Sauerstoffaufnahme im Blut durch die Lunge ist behindert, und so muss das Herz die gleiche Menge Blut drei- bis viermal so häufig durch den Körper schleusen, bevor die Gewebe entsprechend mit Sauerstoff versorgt sind. Nun kommt in dieser Situation als dritte Komponente in der eben gekennzeichneten Lage die Tatsache hinzu, dass nur die natürlichen Fette ohne viel Widerstand die feinsten  Kapillaren durchpulsen können. Die gehärteten, lahmen Ballastfette bilden im Blut weitere Hemmungen. Es ist in Amerika bewiesen, dass bei Tieren, die man fasten lässt, in dieser Fastenzeit die Fette sofort in den großen Blutgefäßen in der Aorta und in der Arterie ausgesondert werden, wenn nur gesättigte Fette in der Nahrung waren. Das, was man Verkalkung nannte, ist in der Medizin längst als eine Störung im Fettstoffwechsel, als Aussonderung von Fett erkannt. Gibt man den Tieren vor der Fastenzeit eine entsprechende Menge von hochungesättigten Fetten, dann findet die Aussonderung von Fett in der Fastenzeit nicht statt. [ … ]

[ … ] Das eheliche Zusammenleben wird [ebenfalls] gestört durch die eindeutigen Zusammenhänge des Fettstoffwechsels mit dem Sexualleben, durch falsche Nahrung. Und das Zusammenleben wird sehr günstig beeinflusst, wie die Erfahrung vielfach bewiesen hat, wenn die Nahrung wieder natürlich ist, vollwertig und insbesondere die natürlichen hochwirksamen Nahrungsfette enthält. [ … ]

[ … ] Es kommt darauf an, dass die Lebens-Batterie immer wieder neu aufgeladen ist.  Ich habe aber den Eindruck, dass die gesamte Situation heute dahingehend gekennzeichnet werden kann, dass die Lebens-Batterie nicht mehr richtig aufgeladen wird. Und an dieser Stelle ist jetzt die Bedeutung der ungesättigten Fette mit ihrem Elektronen-Reichtum besonders deutlich. Sie sind in der Lage, die Lebens-Batterie neu aufzuladen. Der gesamte Symptomen- Komplex der leergewordenen Batterie ist immer vergesellschaftet mit dem Erscheinungsbild, das wir Tumor oder Krebs-Erkrankung oder Geschwulst-Bildung [ … ] nennen. Diese Tumor-Bildung ist nur eine Erscheinungsform in dem großen eben gekennzeichneten Komplex. Die Tumor-Bildung kommt etwa wie folgt zustande: In den Partien im Organismus, wo normalerweise viele Wachstumsprozesse stattfinden, das ist die Haut- und Schleimhautpartie, das sind die Drüsen-Organe, die zu dem inneren Epithel, zu der inneren Haut gehören, wie Leber, Pankreas, oder die Drüsen im Magen und Darm, kommen die Wachstumsvorgänge zum Erlahmen. Die Wachstumsrichtung ist gestört, weil die Zweipoligkeit durch Fehlen der ungesättigten Fette aufgehoben ist. Die oberflächenaktiven Fette fehlen, die Substanz bleibt liegen, ohne dass die Zellen voll zur Ausreifung gelangen und abgestoßen werden. Ich sage mit allem Nachdruck: Es ist unrichtig, das Geschwulst- Problem als Wucherung, als zu viel Wachstum zu deuten und wachstumshemmende Mittel und Methoden, wie Bestrahlung, Hormon-Behandlung und Kortison-Behandlung, einzusetzen. Dass dieser Satz gewagt ist, meine verehrten Zuhörer, ist mir bekannt. Ich wußte dieses, als ich das gleiche vor mehreren Jahren – 1956 – auch im Rundfunk gesagt habe. Aber man muss die Dinge einmal klar sagen, damit den Not leidenden Menschen endlich wirklich einmal geholfen wird. Und ich darf zur Erhärtung dessen, was ich gesagt habe, vielleicht, um dem einen oder anderen einen schweren Entschluss zu erleichtern, hinzufügen: Als der Zentralausschuss für Krebsforschung in Deutschland, vertreten durch 3 Professoren, juristisch wegen dieser meiner eben gemachten Äußerung über den Rundfunk gegen mich vorgehen wollte, ergab es sich, dass der Richter sagte: Die in den Händen von Frau Dr. Budwig befindlichen Unterlagen sind überzeugend, es gäbe einen Skandal in der Wissenschaft, denn die Öffentlichkeit wäre bestimmt auf Seiten von Frau Dr. Budwig, und er hat den Professoren empfohlen, ihre Anträge zurückzuziehen. Die Herren waren hart und wollten nicht. Und der Rektor der Universität schaltete sich ein, ein Jurist, und es musste das gesamte Verfahren niedergeschlagen werden, um einen Skandal in der Öffentlichkeit zu vermeiden. Meine Damen und Herren, wenn das, was ich eben gesagt habe, zu viel gesagt wäre, man wäre anders vorgegangen. Es ergibt sich nämlich aus der eben gemachten Ausführung, und ich habe das auch unumwunden klar ausgesprochen, das, was man heute im Falle einer Geschwulsterkrankung üblicherweise in der Klinik tut, ist mit Sicherheit den Tod beschleunigend, die Krankheit verschlimmernd und ruft auch bei gesunden Menschen in aller Kürze Krebs hervor. Und aus diesem Grunde kann ich bei meiner Ernährungsberatung, die ich bei Kranken oft durchführe, nicht zugestehen, dass außerdem die andern Methoden, die alles Wachstum hemmen, angewandt werden. Es handelt sich bei meiner Öl-Eiweiß-Kost, zu der ich rate, um Zufuhr der einfachen Nahrung, die im wesentlichen das aktivste Fett, das mir bekannt ist, nämlich Leinöl, enthält und zwar in der Form, wie es leicht aufgenommen wird, vergesellschaftet mit Quark und, dies darf ich zum Trost für alle Feinschmecker hinzufügen, in schmackhafter, in guter Form. [ … ] Für die Anfänger steht ein Kochbuch zur Verfügung. Diese einfache Kost ist in der Lage, die gehemmten Wachstumsvorgänge wieder in Gang zu bringen und so auf ganz natürlichem Wege die vorhandenen Tumoren wieder abzubauen, und der gesamte Symptomen-Komplex, der eben für eine leergewordene Batterie sprach, wird wieder aufgehoben. In kurzer Zeit fühlen sich die Kranken wieder wohl. [ … ]

[ … ] Bewegung in frischer Luft ist sicher gut und naturnahe Nahrung ist im Sinne meiner eben gemachten Ausführungen immer noch das sicherste. Aber: Alles ist nichts, wenn nicht in der Fettfrage ganz klare Sache gemacht wird. Wir brauchen heute bei den vorhandenen schweren Zivilisationsstörungen in unserer westlichen Welt die optimalsten Fette, um unsere Batterie wieder neu aufzuladen. …

[ … ] Die Realisierung dessen, was ich gesagt habe, ist leicht. Sie müssen nur nachdenken, wo können wir verborgenen, schlechten Fetten begegnen, etwa in Backwaren, etwa in Wurstwaren? Wo können wir Konservierungsmitteln als Atemgifte begegnen? Etwa in Wurstwaren oder in Konserven? Und in diesem Sinne möchte ich nur die Hausfrauen auffordern, denken Sie einmal scharf nach. ...
Die von mir empfohlene OI-Eiweiß-Kost stellt kein neues Schema auf für ein bestimmtes Kostsystem. Es wird gezeigt, wie man die so wichtigen natürlichen hochaktiven Fette wieder in unsere Nahrungsgepflogenheiten einbauen kann und diese gesunde fettreiche Kost schmackhaft gestaltet. So werden Fette wirklich wieder zu einer wahren Hilfe gegen Herzinfarkt, Leber-Galle-Erkrankung, Arteriosklerose und Geschwulstkrankheiten, besser ausgedrückt: eine Hilfe zu einer gesunden Lebensweise. [ … ]

[ … ] Als ich diese, meine wissenschaftlichen Erkenntnisse 1954 in Karlsruhe auf einem Ärztekongress vortrug, meldete sich ein Japaner, der Leiter der Ärzteschaft in Tokio, zu Wort und sagte: Die Frau hat recht. Wir sagen in Japan, der Untergang des Abendlandes ist eine innere Erstickung durch das, was sie essen.”  Wir können uns gesund erhalten, indem wir das Privileg des Menschen, die Urteilsfähigkeit, auch bei der Wahl unserer Nahrung benutzen, um so Leib, Seele und Geist gesund zu erhalten. Die Nahrung alleine beherrscht nicht den Menschen. Leib, Seele und Geist haben ihre Funktion, ihren Bereich. Aber die Schäden durch falsche Fettnahrung greifen in alle Bereiche des Lebens, auch in den Bereich der gesunden seelischen und geistigen Funktionen hinein. Schöpfungsgemäß aber gehört die rechte Auswahl unserer Nahrung zu den elementaren Dingen unseres Lebens, die wir in Ordnung halten sollten. Sie ist wichtiger als viele Menschen in der westlichen Welt dies zugestehen möchten. Nicht wer dies anerkennt ist Materialist, sondern wer nicht auch einmal auf etwas verzichten kann, um Größeres zu erlangen."

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