Therapie - Diabetes

Definition

Diabetes mellitus ist eine Volkskrankheit: Sie hat sich in den vergangenen Jahren rasant ausgebreitet, so dass nach offiziellen Schätzungen heute über 7 Millionen Deutsche an Diabetes leiden. Weltweit, wie auf dem Weltdiabeteskongress des International Diabetes Federation (IDF) in Dezember 2013 in Melbourne vorgestellt wurde, stieg die Anzahl an Menschen mit Diabetes weiter an – auf nunmehr ca. 382 Millionen. Die Hauptgründe dafür sind aus Überernährung und Bewegungsmangel hervorgerufenes Übergewicht, oftmals resultierend aus einer mangelhalften industriellen Ernährung.

Unter Diabetes werden verschiedene Störungen des Stoffwechsels zusammengefasst. Diese Störungen führen zu einer Hyperglykämie (Überzuckerung) des Blutes, weswegen im gemeingängigen Sprachgebrauch auch von “Zuckerkrankheit” gesprochen wird.

 

Für den Transport des Blutzuckers (Glukose) aus dem Blut in die Zellen wird das Hormon Insulin benötigt, welches in den Beta-Zellen der Langerhans-Inseln (inselförmige Zell-Anhäufungen in der Bauchspeicheldrüse) gebildet wird. Dabei hat Insulin – im wahrsten Sinne des Wortes – eine Schlüsselfunktion und veranlasst die Körperzellen, ihre Membran für die Glukose zu öffnen. Fehlt Insulin, bleibt die Zellmembran verschlossen und lässt die Glukose nicht passieren. Bei Diabetikern wird Insulin nicht in ausreichender Menge bzw. überhaupt nicht produziert.

Während bei gesunden Menschen die über die Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate vollständig im Körper verstoffwechselt werden können, schafft es der zuckerkranke Metabolismus nicht, den Zucker in ausreichendem Maße in das Zellinnere einzuschleusen. Der Zucker verbleibt daher im Blut, wo er Zellen und Gefäße schädigt.

Formen von Diabetes

Es gibt zwei Formen von Diabetes:
Typ-1-Diabetes („jugendlicher Diabetes“). Er tritt vermehrt im frühen Lebensalter auf und ist Folge einer Autoimmunerkrankung.
Typ-2-Diabetes hat vielfältige Ursachen. Eine Ursache ist das Versagen der Insulin-Rezeptoren auf der Zellmembran. Das Insulin schafft es zunehmend schlechter, die Glukose aus dem Blut in die Zellen zu schleusen. Verantwortlich hierfür ist eine pathologische Membranstruktur mit einem Mangel an langkettigen Omega-3-Fettsäuren, insbesondere der DHA.

Etwa 90 Prozent der Erkrankten haben Typ-2-Diabetes, der verstärkt ab dem 40., vor allem aber nach dem 60. Lebensjahr auftritt. Früher sprach man von „Altersdiabetes“ – doch infolge von Bewegungsmangel und unausgewogener Ernährung nimmt diese Form heute auch unter Kindern und Jugendlichen zu. Prognosen gehen daher von einem weiteren Anstieg der Diabetes-Erkrankungen aus.

Risiken

Diabetes hat ernsthafte gesundheitliche Konsequenzen: Nach Angaben der deutschen Diabetes Gesellschaft ist Diabetes mellitus die häufigste Ursache für koronare Herzerkrankungen, Herzinfarkt sowie für gefährliche Durchblutungsstörungen in den Beinen und Füßen. Hierzu gehört auch die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) oder die plötzliche Durchblutungsstörung eines Organs oder einer Körperregion (Apoplexie).
Gleichzeitig kann es in den kleinsten Gefäßen zu einer Verdickung der Blutgefäße kommen. Dies führt zu einer reduzierten Versorgung der Gewebe, was letztendlich das Absterben dieses Gewebes nach sich zieht. Diese sogenannte Mikroangiopathie kann sich als chronische Niereninsuffizienz (diabetische Nephropathie), Nervenschädigungen (diabetische Neuropathie) oder Erblindung (diabetische Retinopathie) offenbaren.

In Zahlen: Das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko von Diabeteskranken ist im Vergleich zur Normalbevölkerung um das Drei- bis Sechsfache erhöht, das Risiko zu erblinden sogar um das 25-fache.

Symptome

Bei Diabetes von Typ 1 werden die Beta-Zellen, die in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert werden, zerstört. Hierbei entsteht ein absoluter Insulinmangel, der sich relativ schnell und deutlich bemerkbar macht durch ein starkes Durstgefühl, häufigen Harndrang, Gewichtsverlust, Leistungsminderung, Müdigkeit etc.

Diabetes von Typ 2 äußert sich in einer Insulinresistenz oder einem relativen Insulinmangel und verläuft oft schleichend und meist über viele Jahre symptomarm. Die Bauchspeicheldrüse kann anfangs einer wachsenden Insulinresistenz noch mit einer erhöhten Insulinproduktion begegnen. Erst wenn die Bauchspeicheldrüse nach meist jahrelanger übermässiger Insulinproduktion ermüdet und nicht mehr genügend Insulin an das Blut abgeben kann, steigt der Blutzuckerspiegel auch für den Betroffenen spürbar an. Unspezifische Symptome wie allgemeine Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Leistungsminderung können vorausgehen.

Ursachen

Beim Diabetes mellitus Typ 1 ist die Ursache eine autoimmune Zerstörung der Beta-Zellen der Langerhans Inseln der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Diabetes kann auch durch virale Infekte gefördert werden.

Die Mehrzahl der Diabetes-Erkrankungen des Typ 2 beruht auf Insulinunempfindlichkeit und ist meist auf eine falsche Ernährung, die mit einem Mangel an Omega-3-Fettsäuren einhergeht, in Kombination mit Übergewicht und Bewegungsmangel zurückzuführen. Daraus resultiert ein erhöhter Blutzuckerspiegel, der wiederum zu einer gesteigerten Insulinausschüttung aus dem Pankreas führt. Letztlich kommt es im Laufe der Erkrankung zur Erschöpfung der Pankreassekretion und es entsteht ein absoluter Insulinmangel.

Natürliche Mittel und deren Wirkung

Bei der Behandlung des Diabetes Typ 2 geht es vor allem darum, den Spätfolgen vorzubeugen, bzw. deren Symptome abzumildern. Neben einer Reduktion von schnell verfügbaren Kohlenhydraten (Zucker, Weißmehlprodukte, Fertiglebensmittel), nehmen spezielle Fettsäuren eine Schlüsselrolle ein. Denn gesunde Fettsäuren bilden die Basis für gesunde Zellen und einen gesunden Zellstoffwechsel. Das ist wichtig für die Kommunikation der Zellen untereinander und insbesondere für die Ansprechbarkeit des Insulinrezeptors in der Zellmembran.

Als ideale Lieferanten von gesunden Fettsäuren bieten sich vor allem hochwertige, natürliche, schonend gepresste Öle an. Hier findet sich eine Vielzahl von gesunden Fettsäuren, die eine positive Wirkung auf das Krankheitsbild des Diabetes und dessen Folgen entfalten können. Dr. Johanna Budwig sagte 1979 schon in der Fettfibel:

“Diese elektromotorische Kraft aus den [...] hochungesättigten Fettsäuren, biologisch gelenkt durch die Begleitstoffe der Öle in Vollölen, ist für den Menschen erforderlich für die gesamte Membranfunktion.” “Diese Vollöle [...] sind heute für die biologische Existenz, für das Mensch-Sein unerlässlich.”

Dr. Johanna Budwig hat zu Lebzeiten darauf hingewiesen, dass ihr kein Öl bekannt ist, das die gleiche förderliche Wirkung für die Gesundheit erreicht, wie das Leinöl mit seinen sage und schreibe fast 70% Omega-3-Fettsäuren. Deshalb hat sie strenge Qualitätsmaßstäbe für die Gewinnung des Leinöls festgelegt. Es ist unbedingt darauf zu achten, den Elektronenreichtum des Leinöls und damit seine intensive Wirkung für den menschlichen Organismus zu bewahren. Nur so kann die Grundregulation und damit die Zellgesundheit des Körpers erreicht werden. 



Alpha-Linolensäure (ALA)

Die pflanzliche Omega-3-Fettsäure ALA hilft den Aufbau der Zellmembranen, insbesondere die der Blutgefäße und der Blutzellen, zu unterstützen. So stellt die im Leinöl reich enthaltene ALA einen wichtigen Zellbaustein dar. Sie ist die Grundlage für die Fluidität, Flexibilität und Aktivität der Zellmembranen. Nur so können wichtige Stoffwechselprozesse, wie z.B. das Einschleusen von Glukose in die Zelle optimal ablaufen. Ist der Insulin-Rezeptor in der Zellmembran aktiv und “ansprechbar” für das Insulin, kann die Zelle aufgeschlossen und der Einstrom von Glukose aus dem Blut ins Zellinnere vollzogen werden.
ALA hilft außerdem einen für den Diabetes typischen, erhöhten Triglyceridspiegel, der einen Risikofaktor für das Entstehen von Gefäßschäden darstellt, zu regulieren.
Die Membranflexibilität und -fluidität ist auch für die Verformbarkeit der Blutzellen von großer Bedeutung. Nur so können die Blutzellen auch in die kleinsten Kapillarsysteme vordringen und die dort angelegten Strukturen wie das Nierengewebe, die Netzhaut, und die Nervenzellen optimal versorgen und deren Funktion erhalten.
Zu den Lieferanten mit dem höchsten ALA-Gehalt zählt in erster Linie das Leinöl. Dr. Johanna Budwig hat stets darauf hingewiesen, dass ihr kein Öl bekannt war, das für den menschlichen Organismus die gleiche intensive Wirkung erreichte, wie das Leinöl. Gerade deswegen hat sie große Qualitätsansprüche an die Gewinnung des Leinöls gestellt - von der Aussaat über die Pressung bis zur Lagerung.
Aus der ALA, kann der Körper in gewissem Maße weitere Omega-3-Fettsäuren, wie die EPA und die DHA, synthetisieren. Doch die Synthetisierung von DHA aus ALA erfolgt unter Umständen nur in geringem Maße. Daher sollte eine Substitution über die tägliche Ernährung erfolgen. Hier bietet sich als pflanzliche, unbelastete Quelle DHA-haltiges Algenöl an.

Docosahexaensäure (DHA)

Docosahexaensäure (DHA) bildet einen wichtigen Grundbaustein der Zellmembranen, besonders der Nerven- und Gehirnzellen. Eine ausreichende Versorgung mit DHA ist die Grundvoraussetzung für die Kommunikation der Nervenzellen untereinander. Hilfreich bei diabetischer Neuropathie und bei nachlassender Sehkraft. Aus der DHA kann der Körper außerdem bestimmte Gewebshormone bilden, die Entzündungsreaktionen im Körper steuern.

Gamma-Linolensäure (GLA)

Ein weiterer starker Partner gegen Entzündungsreaktionen, ausgelöst durch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel, ist die Gamma-Linolensäure (GLA). Die GLA ist eine Omega-6-Fettsäure und kommt in signifikanter Menge in der Natur im Borretschsamenöl vor. Diese besondere Fettsäure schützt durch ihre entzündungshemmende Wirkung insbesondere das Gefäßsystem des Diabetikers. Das führt zu einer verbesserten Durchblutung der Organe und auch des Gewebes der Peripherie. Gefürchteten Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus wie Nervenschädigungen, schlecht heilenden Wunden, Einschränkungen des Sehens bis zur Erblindung und des Versagens der Nierenfunktion, kann so vorgebeugt werden.

Ernährung und Co.

Besonders auf eine bestehende Diabetes-Erkrankung können veränderte Ernährungsgewohnheiten positiver Einfluss genommen werden. An erster Stelle sollte einen Mangel an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ausgeglichen werden. Gleichzeitig muss die Aufnahme ungünstiger Fette wie Transfettsäuren und ein ein Übermaß an Omega-6-Fettsäuren gemieden werden. Dabei ist es wichtig, die Aufnahme der gesunden Fettsäuren wie die ALA in eine abwechslungsreiche, ausgewogene lacto-vegetabile Vollwerternährung zu integrieren. So, wie es Dr. Budwig in ihrem Konzept der Öl-Eiweiß-Kost vorgesehen hatte. Vor allem sollte bei der Auswahl der Fettsäurelieferanten größten Wert auf die Qualität geachtet werden. Nur so, darauf wies Dr. Johanna Budwig immer wieder hin, kommen die Zellen in den Vorzug des vollen Elektronenreichtums der Öle. Es muss größten Wert auf die Auswahl der Saat, die Saatfolge, die Pressung und die Weiterverarbeitung gelegt werden. Deshalb hat Dr. Johanna Budwig Qualitätsmaßstäbe definiert, verfasst und niedergeschrieben. Für die Pressung entwickelte sie ein überaus schonendes Verfahren, das heute unter dem Namen “Original Dr. Budwig Pressverfahren” Anwendung findet.

Der Diabetes-Kranke sollte sich streng an den Vorgaben im Sinne der Öl-Eiweiß-Kost orientieren. Besonders wichtig bei einer diabetischen Stoffwechsellage ist das Vermeiden von Zucker, zuckerhaltigen Speisen und Weißmehlprodukten. Auch auf eine ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen ist zu achten. Dazu gibt es speziell auf die Diabetes-Erkrankung abgestimmte Ernährungsempfehlungen und Therapiepläne.

Langfristig sollte vorhandenes Übergewicht abgebaut und ein tägliches Bewegungsprogramm integriert werden. Auch Stress sollte gemieden werden, da es dadurch zu Blutzuckerschwankungen kommen kann. Sinnvoll ist es ein Entspannungsverfahren und den bewussten Umgang mit Stress zu lernen.

Sanfter Einstieg
Um den Einstieg in die Öl-Eiweiß-Kost zu erleichtern, sollten so genannte “Überleitungstage” vorgeschaltet werden. Sie entlasten den Verdauungstrakt und bereiten den Körper auf die Umstellung der Ernährung vor. Während der 2 - 3 Überleitungstage werden 200 - 250 g geschroteter Leinsaat mit Fermentgold oder frisch gepressten Säften vermischt und über den Tag verteilt verzehrt.

Im Falle einer Erkrankung muss ein bestehender Mangel, besonders an den essentiellen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren ausgeglichen werden. Dabei ist es wichtig, die Aufnahme der gesunden Fettsäuren in eine abwechslungsreiche, ausgewogene lacto-vegetabile Vollwerternährung zu integrieren. So, wie es Dr. Budwig in ihrem Konzept der Öl-Eiweiß-Kost vorgesehen hatte. Der Kranke sollte sich unbedingt an den Vorgaben im Sinne der Öl-Eiweiß-Kost orientieren. Nur so können die Zellen und damit der gesamte Mensch wieder in die alte Ordnung zurück finden und gesund werden.
Sollten Sie Fragen zur Durchführung der Öl-Eiweiß-Kost haben, rufen Sie am besten das Beratungstelefon der Dr. Budwig Stiftung an oder kontaktieren Sie einen erfahrenen Dr. Budwig Berater.

Pflegen Sie Ihren Darm!
Ob die Lebensmittel, die wir täglich zu uns nehmen, tatsächlich unseren Zellen zugute kommen, hängt maßgeblich von unserer Darmgesundheit ab. Entscheidend ist die Fähigkeit unseres Darmes, die Nährstoffe, die wir verzehren, auch aufnehmen zu können. Dr. Johanna Budwig hat daher zur Pflege des Darms und der Darmflora den täglichen Verzehr frischen Sauerkrautsaftes oder Sauermilch empfohlen. Auch der regelmäßige Genuss von Ballaststoffen spielt eine wichtige Rolle zum Erhalt der Darmfunktion. Fester Bestandteil der täglichen Ernährung sollte daher auch der Verzehr von 1-2 EL geschroteter und geschützter Leinsaat, eingerührt in die Budwig Creme, aus Quark und Leinöl zubereitet, oder in einen Muttersaft wie Fermentgold, sein.

Dr. Budwig Berater/innen

Der Dr. Johanna Budwig Stiftung ist es ein Anliegen, Betroffenen zur Seite zu stehen. So können wir qualifizierte “Dr. Budwig Berater/innen” empfehlen, die in der Anwendung der Öl-Eiweiß-Kost ausgebildet sind. Zur Zeit arbeiten wir daran, ein entsprechendes bundesweites Netzwerk aufzubauen.


Wichtiger Hinweis: Dr. Johanna Budwig hatte keine Zweifel daran, mit ihrer Öl-Eiweiß-Kost Zivilisationskrankheiten therapieren zu können. Die Dr. Johanna Budwig Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Arbeiten durch intensiv geprüfte wissenschaftliche Erkenntnisse zu ergänzen. Denn dieses Thema ist zu ernst für falsche Hoffnungen. Und so ist es uns sehr wichtig zu betonen: Zwar gibt es erste wissenschaftliche Belege dafür, dass die Öl-Eiweiß-Kost unter bestimmten Voraussetzungen eine medizinische Therapie positiv unterstützen kann, gleichwohl gilt: Sie ersetzt in keinem Fall eine medizinische Therapie. Wir distanzieren uns von allen falschen Wunderversprechen.

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