Prävention - Schlaganfall

Einleitung

Der Schlaganfall zählt zu den cerebrovaskulären Erkrankungen (Gefäßerkrankungen des Gehirns) und ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland.
Synonym für Schlaganfall werden auch oft Begriffe wie Hirnschlag, Apoplexie, apoplektischer oder zerebraler Insult verwendet. Im englischsprachigen Raum ist „stroke“ die Bezeichnung für einen Schlaganfall.
In Deutschland erleiden jährlich etwa 200.000 bis 250.000 Menschen erstmalig einen Schlaganfall. Damit zählt der akute Schlaganfall zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland und stellt heute die Hauptursache für erworbene Behinderungen im Erwachsenenalter dar.

 

Der Schlaganfall beschreibt eine plötzliche (schlagartige) Unterbrechung der Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Gehirns. Diese ist zurückzuführen auf eine Störung des Blutkreislaufes und führt zur Schädigung des Gehirns. Der Blutkreislauf kann aufgrund eines Verschlusses einer Hirnarterie („ischämischer Insult“) oder aufgrund einer Ruptur (Zerreißen) eines Gefäßes unterbrochen sein. Beim Letzteren spricht man dann von einem „hämorrhagischen Insult“.

 

Das Gehirn hat einen sehr hohen Bedarf an Sauerstoff und Glukose. Es ist jedoch weder in der Lage, Glukose zu speichern, noch andere Energielieferanten zu nutzen. Anders als der Muskel kann das Gehirn z.B. keine anaerobe Glykolyse (ATP-Synthese unter Sauerstoffmangel) betreiben. Somit ist das Gehirn auf eine kontinuierliche Versorgung mit Glukose und Sauerstoff angewiesen.
Eine Unterbrechung der Blutzufuhr im Gehirn führt daher auf zellulärer Ebene sofort zum Energie- (ATP) und Sauerstoffmangel. Dies löst in den Zellen eine Vielzahl sich gegenseitig beeinflussender, zellschädigender Kaskaden aus. An deren Ende stehen letztlich das Absterben der Zellen in der betroffenen Gehirnregion mit Folge lebenslanger Beeinträchtigungen bzw. Tod der Person.

 

Im Sinne des „Time is Brain“- Konzepts ist der Schlaganfall immer als medizinischer Notfall anzusehen und demnach ein rasches Handeln erforderlich (siehe auch Schaukasten).

Symptome

Die Mehrzahl der Schlaganfälle tritt ohne vorherige Warnsymptome plöztlich auf. Häufig jedoch gibt es wichtige Hinweise, hinter denen sich neurologische Ausfälle verbergen. Bei knapp der Hälfte der Personen, die diese neurologischen Ausfälle aufweisen, erfolgt innerhalb der nächsten fünf Jahre ein Schlaganfall.

 

Warnzeichen sind z.B.:

 

  • kurzfristige Sehstörungen

  • Sensibilitätsstörungen (z.B. Taubheitsgefühl, Kribbeln in den Extremitäten)

  • kurzzeitige Lähmungen in Armen/Beinen ("Irgenwie knickte gestern mein Bein weg, aber danach war alles wieder in Ordnung.")

  • vorübergehende Sprachstörung (Aphasie)

  • Schwindel, Übelkeit, Erbrechen

  • Gleichgewichtsstörungen

  • Schluckstörungen

     

Da diese Sypmtope vorüberghend sind, werden sie von den Betroffenen oft verkannt. Dabei ist beim Auftreten der genannten Symptome das Aufsuchen eines Therapeuten/Arztes zur weiteren Diagnostik unbedingt angezeigt, denn in vielen Fällen kann durch eine Therapie ein Schlaganfall verhindert werden.

Arlarmzeichen beachten!

Rettungskräfte aus den USA haben folgenden einfachen Test entwickelt, damit man auch als Laie möglichst schnell einen Schlaganfall erkennen kann:

 

Denken Sie an FAST (schnell) - FAST steht hier außerdem für:


F
ACE (Gesicht),
A
RMS (Arme),
S
PEECH (Sprache),
T
IME (Zeit)

 

Rufen Sie sofort den Rettungsdient (Feuerwehr: 112), wenn Sie bei einer Person mögliche Anzeichen eines Schalganfalls bemerken, auch wenn diese unscheinbar sind oder wieder verschwinden. Machen Sie folgenden, einfachen Test:

 

  1. Gesicht: Bitten Sie die Person zu lächeln.
    (Bei Lähmung wirkt das Gesicht halbseitig verzogen oder schief.)

     

  2. Arme: Bitten Sie die Person, gleichzeitig beide Arme zu heben.
    (Bei einer Lähmung kann ein Arm nicht gehoben werden, bzw. sinkt - vor allem bei geschlossenen Augen - allein nach unten.

     

  3. Sprache: Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz nachzusprechen, z.B. "Ich benötige keine Hilfe."
    (Der Satz muss korrekt wiederholt werden, die Aussprache darf nicht verwischt oder unklar sein.)

     

  4. Zeit: Wenn die betroffene Person mit einer dieser Aufgaben Probleme hat, sollten Sie sofort den Rettungsdienst (112) bzw. den Notarzt rufen!

 

Warten Sie nicht, bis die Symptome aufhören, jede Minute zählt. Bleiben Sie die ganze Zeit bei der betroffenen Person, bis der Notdienst eingetroffen ist. Je schneller eine ärztliche Versorgung erfolgt, desto größer sind die Chancen für die Betroffenen!

Quelle: Mayo Foundation for Medical Education and Research (USA)

Ursachen

Eine Vielzahl an Faktoren kann das Schlaganfallrisiko erhöhen. Viele dieser Faktoren sind dieselben, die auch für ein erhöhtes Herzinfarktrisiko gelten. Zu unterscheiden sind dabei beeinflussbare und nicht-beeinflussbare Risikofaktoren:

 

Zu den beeinflussbaren bzw. behandelbaren Risikofaktoren zählen zum einen Faktoren, die auf den Lebensstil zurückzuführen sind wie:

 

  • Übergewicht oder Fettleibigkeit

  • Rauchen, – auch Passivrauchen!

  • Bewegungsarmut

  • hoher Alkoholkonsum (mehr als ein Glas Wein oder eine Flasche Bier am Tag)

  • Medikamenten-/Drogenmissbrauch

     

Und zum anderen Risikofaktoren, die z.Tl. einer medizinischen Behandlung bedürfen wie:

 

  • Blutdruckwerte höher als 120/80 (mm Hg)

  • unausgeglichener Cholesterinspiegel

  • Diabetes

  • Obstruktive Schlafapnoe

  • vorangegangene oder bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einschließlich Herzversagen, Herzfehler, Angina Pectoris oder Herzrhythmusstörungen

  • persönliche oder familiäre Vorgeschichte eines Schlaganfalls, Herzinfakrts oder eines vorübergehenden ischämischen Anfalls

 

 

Als nicht-beeinflussbare Faktoren, die mit einem höheren Schlaganfallrisiko verbunden sind, gelten:

 

  • das Alter - Menschen ab 55 Jahren haben ein höheres Schlaganfallrisiko als jüngere Menschen.

  • das Geschlecht - Männer haben ein höheres Schlaganfallrisiko als Frauen.

  • Herkunft - Afroamerikaner erleiden häufiger einen Schlaganfall als andere Personen.

  • Hormone - Verwendung von Antibabypillen oder Hormontherapien, die Östrogen einschließen, sowie erhöhte Östrogenspiegel während der Schwangerschaft und bei der Geburt.

Prävention

Da der Schlaganfall ohne große Vorankündigung plötzlich eintritt, kommt der Prävention eine besondere Rolle zu. Auch hier gilt, dass viele der Maßnahmen zur Prävention eines Schlaganfalls die gleichen sind wie diejenigen, die zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen dienen. Dazu gehören im Allgemeinen Empfehlungen wie:

 

  • Kontrolle des Bluthochdrucks (Hypertonie)
    Dies ist eines der wichtigsten Dinge, die das Schlaganfallrisiko verringern. Bewegung, Stressbewältigung, Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichts und die Eingrenzung des Salz- und Alkoholkonsums können dazu beitragen, den Blutdruck in Schach zu halten. Gegebenenfalls ist es notwendig, auch medikamentös einen bestehenden Bluthochdruck zu behandeln. Bei einem vorangegangenen Schlaganfall kann ein Absenken des Blutdrucks dazu beitragen, einen nachfolgenden, weiteren Schlaganfall zu verhindern.

  • Ernährung
    Durch eine Ernährung wie z.B. die Budwig Ernährung, die die Verwendung hochwertiger, pflanzlicher Öle wie Leinöl, Olivenöl, verschiedene Nuss – und Kernöle sowie den Verzehr von reichlich Gemüse, Obst, Nüssen und Vollkornprodukten hervorhebt, lassen sich Risikofaktoren wie Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, ungesunde Cholesterinspiegel oder Bluthochdruck positiv beeinflussen. Gleichzeitig sollte der Verzehr stark verarbeiteter Nahrungsmittel wie z.B. Fertigerzeugnisse, frittierte Lebensmittel und Lebensmittel mit einem hohen Omega-6-Anteil wie etwa Sonnenblumenöl und Maiskeimöl auf ein Minimum verringert, wenn nicht sogar gemieden werden.

  • Tabakkonsum einstellen
    Rauchen erhöht das Schlaganfallrisiko immens, auch für Personen, die dem Passivrauch ausgesetzt sind! Daher sollte das Rauchen aufgegeben werden. Zur Unterstützung gibt es z.B. hilfreiche Raucherentwöhnungskurse, deren Kosten z.Tl. von den Krankenkassen übernommen werden.

  • Blutzuckerkontrolle
    Eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, und eine Gewichtskontrolle können dazu beitragen, einen gesunden Blutzucker aufrechtzuerhalten. Bei einem bestehenden Diabetes ist es lebenswichtig, den Blutzucker regelmäßig zu kontrollieren und gegebenenfalls durch eine entsprechende Diät bzw. medikamentös zu behandeln.

  • Ein gesundes Gewicht halten
    Übergewicht und dabei vorangehend erhöhtes Bauchfett, zählt wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes zu einem der Risikofaktoren, einen Schlaganfall zu erleiden. Eine Gewichtsabnahme von nur wenigen Kilogramm senkt den Blutdruck und verbessert den Cholesterinspiegel, wodurch das Schlaganfallrisiko stark vermindert wird.

  • Regelmäßige Bewegung
    Aerobic- oder Cardio-Übungen reduzieren das Schlaganfallrisiko in vielerlei Hinsicht. Bewegung kann den Blutdruck senken, das HDL-Cholesterin erhöhen und die allgemeine Gesundheit von Blutgefäßen und des Herzens verbessern. Es hilft auch dabei Gewicht zu verlieren, bzw. ein gesundes Gewicht zu halten, einen Diabetes zu kontrollieren und Stress abzubauen. Leichte Aktivitäten wie Gehen, Joggen, Schwimmen oder Radfahren für 30 Minuten mehrmals in der Woche, am besten sogar täglich, reichen dabei schon aus, um einen nachweislich positiven Effekt zu erzielen.

  • wenn überhaupt, Alkoholkonsum in Maßen
    Starker Alkoholkonsum erhöht das Risiko von Bluthochdruck und ischämischen sowie hämorrhagischen Schlaganfällen. Kleine bis moderate Mengen an Alkohol wie ein Glas Rotwein am Tag, können andererseits dazu beitragen, die Blutgerinnungsneigung zu verringern und das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall zu vermindern. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Alkohol mit Medikamenten interagieren kann. Bei einer notwendigen Medikamenteneinnahme sollte hier unbedingt mit dem behandelnden Arzt Rücksprache gehalten werden.

  • Behandlung obstruktiver Schlafapnoe (OSA)
    Bei der obstruktiven Schlafapnoe handelt es sich um eine Schlafstörung, bei der die Sauerstoffversorgung während der Nacht durch Atemaussetzer stark schwankt und deutlich herabgesetzt sein kann. Häufig schnarchen die betroffenen Personen und klagen am Tag über Abgeschlagenheit und Müdigkeit, trotzt „ausreichender“ Schlafdauer. Um zu erkennen, ob es sich dann um eine OSA handelt, ist es empfehlenswert die Sauerstoffaufnahme während des Nachtschlafs ärztlich überprüfen zu lassen, z.B. in dafür vorgesehene Schlaflabore. Die Behandlung von OSA umfasst das nächtliche Tragen einer Sauerstoffmaske, um eine geregelte und ausreichende Sauerstoffaufnahme während des Schlafs zu gewährleisten.

Omega-3-Fettsäuren

Die Omega-3-Fettsäuren Alpha-Linolensäure und Docosahexanensäure (DHA) spielen für ein gesundes Herz-Kreislauf-System und zur Schlaganfallprophylaxe eine entscheidende Rolle:

 

  • ALA fördert einen ausgeglichenen Cholesterinspiegel im Blut. Die positive Wirkung stellt sich bei einer täglichen Aufnahme von 2 g ALA ein.

     

  • DHA ist nicht nur ein wichtiger Baustein für den Aufbau und die Funktion der Zellmembranen, sondern auch Ausgangsform entzündungshemmender Botenstoffe. Der Zellstoffwechsel und die Zellatmung werden gefördert. Die Gefäßwände bleiben flexibel und die Fließeigenschaften des Blutes werden verbessert. Durch DHA wird die Duchblutung unterstüzt, die Bildung von Blutgerinnseln gehemmt und Entzündungsprozesse im Körper reduziert.

     

Natürliche, schonend gepresste Öle, wie Leinöl mit einem natürlichen ALA-Gehalt von fast 60%, in Kombination mit Algenöl, sind hervorragende Lieferanten für die wichtigen Omega-3-Fettsäuren ALA und DHA.

Rundum gut versorgt.
Eine komplette Umstellung der Ernährungsgewohnheiten ist häufig recht schwierig. Aber oft helfen schon kleine Veränderungen. Allein der tägliche Verzehr der schmackhaften Budwig Creme, schnell zubereitet aus Quark, einem Dr. Budwig Omega-3 Öl und einer handvoll frischem Obst, gewährt die tägliche Versorgung mit der Omega-3-Fettsäure ALA aus dem Leinöl (und - je nachdem - ergänzt durch die mehrfach ungesättigte DHA aus Algenöl) und bildet die Basis einer herz- und hirngesunden, ausgewogenen Ernährung nach Dr. Johanna Budwig.

Dr. Budwig Berater/-innen

Der Dr. Johanna Budwig Stiftung ist es ein Anliegen, Betroffenen zur Seite zu stehen. So können wir qualifizierte „Dr. Budwig Berater/-innen“ empfehlen, die in der Anwendung der Öl-Eiweiß-Kost ausgebildet sind und die Betroffene in deren Umsetzung unterstützen. Zurzeit arbeiten wir daran, ein entsprechendes bundesweites Netzwerk aufzubauen.

 

Wichtiger Hinweis: Dr. Johanna Budwig hatte keine Zweifel daran, mit ihrer Öl-Eiweiß-Kost Zivilisationskrankheiten, wie die Arteriosklerose, therapieren zu können. Die Dr. Johanna Budwig Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Arbeiten durch intensiv geprüfte wissenschaftliche Erkenntnisse zu ergänzen. Denn dieses Thema ist zu ernst für falsche Hoffnungen. Und so ist es uns sehr wichtig zu betonen: Zwar gibt es erste wissenschaftliche Belege dafür, dass die Öl-Eiweiß-Kost unter bestimmten Voraussetzungen eine medizinische Therapie positiv unterstützen kann, gleichwohl gilt: Sie ersetzt in keinem Fall eine medizinische Therapie. Wir distanzieren uns von allen falschen Wunderversprechen.